Papieratlas-Hochschulwettbewerb: Uni Hohenheim ist „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ Deutschlands  [06.10.26]

Bundesumweltministerium verleiht Auszeichnung für vorbildlichen Einsatz von Papier mit dem Blauen Engel.

Platz eins für eine Recyclingpapierquote von 100 Prozent: Im Papieratlas-Hochschulwettbewerb 2026 der Initiative Pro Recyclingpapier (IPR) setzte sich die Universität Hohenheim in Stuttgart gegen insgesamt 61 beteiligte Hochschulen durch. Nach einem Grußwort von Bundesumweltminister Carsten Schneider zeichnete die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter die Universität als „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ aus. Rektor Prof. Dr. Christoph Schneider und Stefan Kuhrau, Leiter der Zentralen Beschaffung an der Universität Hohenheim, nahmen die Auszeichnung im Bundesumweltministerium in Berlin am 6. Oktober 2026 entgegen. Auch Platz zwei und drei gingen nach Baden-Württemberg: an die Universität Konstanz sowie die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg. Durchschnittlich erreichten die teilnehmenden Hochschulen eine Recyclingpapierquote von 76 Prozent.

Auszeichnung der Universität Hohenheim als „Recyclingpapierfreundlichste Hochschule“ 2026, v.l.n.r.: Marc Gebauer (Sprecher der Initiative Pro Recyclingpapier), Prof. Dr. Christoph Schneider (Rektor der Universität Hohenheim), Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter | Bildquelle: IPR/Mark Bollhorst


In der Verwaltung wie auch in weiteren universitären Bereichen nutzt die Universität Hohenheim zu 100 Prozent Blauer-Engel-Papier. Der konsequente Einsatz von Recyclingpapier erbrachte im vergangenen Jahr gegenüber einer Verwendung von Frischfaserpapier eine Ersparnis von über 569.000 Litern Wasser sowie rund 128.000 Kilowattstunden Energie. Die eingesparte Wassermenge entspricht dem Jahresbedarf von mehr als 12 Personen, die Energieeinsparung dem jährlichen Stromverbrauch von 42 Drei-Personen-Haushalten.

Marc Gebauer, Sprecher der IPR, würdigt die Leistung: „Bei der nachhaltigen Papierbeschaffung nimmt die Universität Hohenheim eine Vorreiterrolle ein. Der Einsatz von Blauer-Engel-Papier erzielt spürbare ökologische Effekte und dient als inspirierendes Best-Practice-Beispiel für den gesamten Hochschulsektor.“


Nachhaltigkeit ist Teil der DNA der Universität Hohenheim

„Die Auszeichnung freut uns sehr. Der Nachhaltigkeitsgedanke ist schließlich bereits in der Gründungsgeschichte Hohenheims enthalten“, betont Prof. Dr. Schneider. „Heute ist Nachhaltigkeit als Querschnittsthema an der Universität Hohenheim fest verankert – seit November 2025 auch mit einer Nachhaltigkeitsstrategie, die neben der gezielten Weiterentwicklung des Nachhaltigkeitsfokus in Forschung und Lehre auch den Universitätsbetrieb umfasst.“

„Nachhaltige Beschaffung ist ein strategisches Thema, aber vor allem eine Herzensangelegenheit für uns“, erklärt Stefan Kuhrau, der an der Universität Hohenheim die Zentrale Beschaffung leitet, und sich ebenfalls über die Auszeichnung freut. „Der Einsatz von Recyclingpapier ist ein Beitrag, den die Beschaffung leisten kann. Nachdem wir im Jahr 2018 bereits den 2. Platz und 2019 den 3. Platz im Papieratlas-Hochschulwettbewerb belegt hatten, war der Ansporn groß, wieder auf dem Siegertreppchen zu landen.“


Ziel: Papierverbrauch insgesamt senken – dank Digitalisierung

Um dieses Ziel zu erreichen, bedurfte es verschiedener Bausteine. „Zunächst einmal war viel Überzeugungsarbeit nötig – von gezielten Informationskampagnen über Informationen im Intranet bis zu Weiterbildungsangeboten“, berichtet Kuhrau. „Wichtige Impulse kamen zudem durch das Green Office an der Universität Hohenheim und durch verbindliche Vorgaben bei der Beschaffung. So konnten wir den Einsatz von Recyclingpapier Schritt für Schritt ausweiten und messbare Einsparerfolge erzielen.“

Und es geht noch mehr: Die digitale Transformation trägt dazu bei, den Papierverbrauch künftig weiter zu reduzieren, denn digitale Workflows in den Verwaltungsprozessen können papierbasierte Abläufe ersetzen. So hat die Zentrale Beschaffung beispielsweise 2022 einen komplett papierlosen Beschaffungsprozess an der Universität Hohenheim eingeführt. „Unseren Weg werden wir konsequent weitergehen“, schließt der Rektor. „Die Anerkennung durch den Hochschulwettbewerb ist für uns ein wichtiger Erfolg, der uns auf diesem Weg bestärkt.“


HINTERGRUND: Papieratlas-Hochschulwettbewerb

Seit 2008 dokumentiert der Papieratlas jährlich den Papierverbrauch und die Recyclingpapierquoten deutscher Städte, seit 2016 auch von Hochschulen und seit 2018 zusätzlich von Landkreisen. Zu den Kooperationspartnern zählen das Bundesumweltministerium, das Umweltbundesamt, der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Landkreistag sowie der Deutsche Hochschulverband. Im Jahr 2026 verzeichnet der Papieratlas sowohl gesteigerte Recyclingpapierquoten als auch eine neue Rekordbeteiligung: Insgesamt nahmen 269 Kommunen und Hochschulen teil.


Weitere Informationen

Text: IPR / Elsner


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